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    Informationsbrief Gewerbe
    Baukostenzuschüsse für die öffentliche Mischwasserleitung sind keine begünstigten Handwerkerleistungen

Grundsätzlich können Sie bei Handwerkerleistungen 20 % der Aufwendungen, maximal aber 1.200 EUR vom Fiskus erstattet bekommen. Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Sie als Steuerpflichtige nicht berechtigt sind, bei der Neuverlegung einer öffentlichen Mischwasserleitung als Teil des öffentlichen Sammelnetzes die Steuerermäßigung für diese Handwerkerleistungen in Anspruch zu nehmen, da nach Auffassung des Bundesfinanzhofes kein räumlich-funktionaler Zusammenhang zum Haushalt des Steuerpflichtigen gegeben ist. Entscheidend ist somit allein, ob es sich um eine das öffentliche Sammelnetz betreffende Maßnahme handelt oder es um den eigentlichen Haus- oder Grundstücksanschluss und damit die Verbindung des öffentlichen Verteilungs- oder Sammelnetzes mit der Grundstücksanlage geht. Dieser wäre begünstigt.

Bei allen Fragen zur Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen helfen Ihnen unsere Mitarbeiter in den Kanzleien gerne weiter.

    Vorfälligkeitsentschädigungen im Rahmen der Nachlassregelung mindern die Erbschaftsteuer

Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass Vorfälligkeitsentschädigungen, die ein Nachlassverwalter im Rahmen der Nachlassregelung an die Bank gezahlt hat um ein Darlehen vorzeitig abzulösen, die erbschaftsteuerliche Bemessungsgrundlage mindern. Diese Kosten seien als Nachlassverbindlichkeit anzusehen, da es sich nicht um Kosten für die Verwaltung, sondern vielmehr um Kosten zur Sicherung des Nachlasses handelt. Diese Vorfälligkeitsentschädigungen stünden in einem engen sachlichen Zusammenhang mit der Abwicklung und Verteilung des Nachlasses.

Zu dieser Rechtsfrage muss noch der Bundesfinanzhof die endgültige Entscheidung treffen. Die Revision ist bereits anhängig.

    Keine Spekulationssteuer auf häusliches Arbeitszimmer beim Verkauf eines selbstgenutzten Eigenheims

Ein Steuerpflichtiger hatte seine selbst bewohnte Eigentumswohnung innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist verkauft und in den Vorjahren Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht.

Das Finanzamt wollte nun den anteiligen auf das Arbeitszimmer entfallenden Veräußerungsgewinn als Spekulationsgewinn nach § 23 EStG erfassen.

Dem hat nun das Finanzgericht Köln widersprochen und entschieden, dass kein Spekulationsgewinn vorliegt, da das Arbeitszimmer in den privaten Wohnbereich integriert ist.

    Familienentlastung ab 2019

Folgende Änderungen zur steuerlichen Entlastung von Familien sind ab 2019 geplant:

  • Erhöhung des Kindergeldes ab Juli 2019 um 20 EUR im Monat
  • Anhebung des Kinderfreibetrags von 7.428 EUR auf 7.620 EUR
  • Anhebung des Grundfreibetrags von 9.000 EUR auf 9.168 EUR
  • Außerdem soll der Abbau der sog. kalten Progression in Angriff genommen werden.
    Bayerische Eigenheimzulage und Bayerisches Baukindergeld Plus

Die Bayerische Staatsregierung plant zur Förderung des Wohnungsbaus als Grundförderung eine bayerische Eigenheimzulage in Höhe von 10.000 Euro (einmaliger Festbetrag) und will mit dem Baukindergeld Plus das Baukindergeld des Bundes in Höhe von 1.200 Euro pro Kind und Jahr noch einmal um 300 Euro pro Kind und Jahr aufstocken. Die Pläne der bayerischen Staatsregierung sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Unsere Mitarbeiter in den Kanzleien beraten Sie gerne bei allen steuerlichen Fragen rund um den Kauf oder Bau eines Hauses.

    Informationsbrief Gewerbe
    BFH zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit der Nachzahlungszinsen

Der Bundesfinanzhof zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015.

Die Nachzahlungszinsen betragen 0,5% pro Monat, also 6 % pro Jahr.

Nach Ansicht des Bundesfinanzhofes überschreite der gesetzlich festgelegte Zinssatz den angemessenen Rahmen der wirtschaftlichen Realität erheblich, da sich im Streitzeitraum ein niedriges Marktzinsniveau strukturell und nachhaltig verfestigt habe.

Daher hat der Bundesfinanzhof in einem Verfahren zur Aussetzung der Vollziehung dem Antrag des Steuerpflichtigen stattgegeben.

Wir empfehlen daher gegen die Festsetzung von Nachzahlungszinsen Einspruch einzulegen. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

    Rente mit 63 - Rückkauf von Rentenabschlägen bringt Steuervorteile

Wer früher in Rente geht, muss Abschläge in Kauf nehmen. Durch Ausgleichszahlungen an die Deutsche Rentenversicherung können diese Abschläge vermieden werden. Dies kann auch aus steuerlicher Sicht interessant sein, da diese Ausgleichszahlungen als Sonderausgaben abzugsfähig sind.

Es müssen grundsätzlich drei Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Rückkauf möglich ist:

  1. Die Person muss mindestens 50 Jahre alt sein und
  2. gesetzlich oder freiwillig in der Deutschen Rentenversicherung versichert sein und
  3. mindestens 35 Versicherungsjahre bis zum geplanten Rentenbeginn mit 63 Jahren erreichen.

Alle 3 Voraussetzungen müssen zusammen vorliegen.

Der Ausgleichsbetrag muss nicht in einer Summe und auch nicht in einem Veranlagungsjahr bei der Deutschen Rentenversicherung einbezahlt werden. Da die steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge zur Rentenversicherung durch den Höchstbetrag des § 10 Abs. 3 EStG beschränkt wird, machen Teilzahlungen verteilt auf mehrere Jahre Sinn, denn das kann für einen deutlich höheren Steuervorteil als bei einer Einmalzahlung sorgen.

Sofern Kapital vorhanden ist, sollte man den zusätzlichen Nutzen für die Altersvorsorge gekoppelt mit attraktiven Steuervorteilen gerade in Zeiten der Niedrigzinsphase in Erwägung ziehen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, den Ausgleichsbetrag auf mehrere Jahre verteilt zu zahlen, um maximale Steuervorteile auszuschöpfen.   

Wir beraten Sie gerne, ob solche Ausgleichszahlungen für Sie steuerlich interessant sind.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen sind steuerlich absetzbar

Bei haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie 20 % der Aufwendungen, maximal 4.000 EUR und bei den Handwerkerleistungen 20% der Aufwendungen, maximal aber 1.200 EUR vom Fiskus erstattet bekommen. Begünstigt sind jedoch bei den Aufwendungen nur die Arbeitskosten, aber nicht die Materialkosten.

Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Tätigkeiten im „Haushalt“ erbracht werden.

Derzeit liegen dem Bundesfinanzhof 2 Streitfälle zur Entscheidung vor:

  1. Können Straßenreinigungskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen gem. § 35a Abs. 2 EStG sowie
  2. die Aufwendungen für in einer Werkstatt erbrachte Tischlerleistungen als Handwerkerleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG geltend gemacht werden.

Das Finanzamt verweigerte eine Anerkennung der Kosten mit dem Argument, die Leistungen seien nicht im Haushalt erbracht worden.

Dies sah das Finanzgericht Berlin-Brandenburg anders.
Nun muss der Bundesfinanzhof entscheiden.

Falls das Finanzamt Ihnen in vergleichbaren Fällen die Steuerermäßigung nicht gewährt, legen Sie Einspruch ein.

Die Mitarbeiter in unseren Kanzleien beraten Sie gerne dazu.

    Informationsbrief Gewerbe
    Die Vorschriften für die Bemessung der Grundsteuer sind verfassungswidrig

Das Bundesverfassungsgericht hat am 10.04.2018 entschieden, dass die Vorschriften zur Einheitsbewertung für die Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig sind.

Die Einheitswerte für Grundbesitz bilden die Grundlage für die Bemessung der Grundsteuer und werden in den alten Bundesländern nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes auf der Grundlage der Wertverhältnisse zum 01.01.1964 ermittelt.

Die Karlsruher Richter führten aus, dass das Bewertungssystem nicht mehr realitätsgerecht ist.

Der Gesetzgeber muss bis 31.12.2019 eine Neuregelung treffen.

Die bisherigen Vorschriften dürfen bis dahin weiter angewandt werden. Nach Verkündung einer Neuregelung dürfen sie laut dem Gericht für weitere 5 Jahre ab der Verkündung, längstens aber bis zum 31.12.2024 angewandt werden.

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung informieren.

    Anspruch auf Kindergeld während des vorgeschalteten Praxisjahres der Landwirtschaftsschule

Das Finanzgericht Nürnberg gab jetzt der Klage von Eltern auf  Kindergeld in dem Fall statt, in dem das Kind nach der Ausbildung zum Landwirt ein Praxisjahr zur Vorbereitung auf die Landwirtschaftsschule absolvierte. Das Kind habe sein Berufsziel Landwirtschaftsmeister erst mit Abschluss der Landwirtschaftsschule und der Meisterprüfung erreicht und den weiteren Ausbildungsabschnitt mit der notwendigen Zielstrebigkeit aufgenommen. Das vorgeschaltete Praxisjahr sei zudem nachweislich unverzichtbarer Bestandteil des Studiums an der Landwirtschaftsschule. Nach Meinung des Gerichts ist insoweit von einem Ausbildungszusammenhang auszugehen. Nun muss der Bundesfinanzhof diese Frage endgültig entscheiden.

Bis dahin empfehlen wir allen Eltern in solchen Fällen Kindergeld zu beantragen und bei Ablehnung durch die Familienkasse Einspruch einzulegen.

    Verfassungsmäßigkeit von Nachforderungszinsen im Jahr 2013

Steuernachforderungen als auch -erstattungen werden vom Finanzamt mit 0,5% pro Monat, also 6 % im Jahr verzinst. Der Zinslauf beginnt grundsätzlich 15 Monate (bzw. 21 Monate, wenn die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft überwiegen) nach Ablauf des Kalenderjahres in dem die Steuer entstanden ist. Der Bundesfinanzhof hält in seinem Urteil vom 09.11.2017 diesen Zinssatz von 0,5 % für jeden Monat (6 % pro Jahr) auch unter Berücksichtigung der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus im Jahr 2013 für verfassungsgemäß.

Zu dieser Rechtsfrage ist aber unter Az: III R 25/17 noch ein weiteres Verfahren beim Bundesfinanzhof betreffend den Zinssatz für die Jahre 2012 - 2015 anhängig. Deshalb sollten Sie bei der Festsetzung von Nachforderungszinsen durch das Finanzamt weiterhin Einspruch einlegen bis zur endgültigen Klärung dieser Frage.

    Krankenversicherungsbeiträge sind nur für eine Basisabsicherung abziehbar

Ein Steuerpflichtiger, der sowohl als Pflichtmitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse als auch freiwillig privat krankenversichert ist, kann lediglich die Beiträge gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG abziehen, die er an die gesetzliche Krankenversicherung entrichtet hat.  Auch der Abzug der nicht als Sonderausgaben abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge als außergewöhnliche Belastung scheidet aus. Dies hat der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 29.11.2017 entschieden.